Trotz der verfügbaren floristischen Informationen über Inselberge aus einigen Regionen (wie Brasilien, Westafrika, Madagaskar und Australien) gibt es viele andere Regionen, die reich an Inselbergen sind, für die jedoch nur wenige Daten vorliegen (Angola, Ostafrika und Indien). Wir benötigen mehr Studien, die diese Lücken schließen, um unser Wissen zu erweitern und zum Schutz dieser wichtigen Lebensräume beizutragen. Die Mechanismen, welche die Diversitätsmuster von Inselbergen hervorbringen, sowie ihre Rolle für die lokale und regionale Diversität müssen ebenfalls noch erforscht werden. So wurde beispielsweise die Bedeutung der Umweltfilterung oder Isolation für Inselberg-Spezies (und ihre Populationen) bisher nur unzureichend untersucht. Ebenso ist noch unklar, ob ihre Rolle bei der Erhöhung der Umweltheterogenität (da die meisten Inselberge ein trockeneres Ökosystem bilden, das in eine feuchtere Matrixvegetation eingebettet ist) die regionale Vielfalt in all ihren Facetten fördert oder ob sie eine wichtige Rolle als Rückzugsorte für Arten aus ihrer Umgebung spielen könnten. Darüber hinaus bieten Inselberge aufgrund ihrer inselartigen Eigenschaften eine gute Gelegenheit, evolutionäre und ökologische Hypothesen zu untersuchen und zu testen. Dies gilt insbesondere für Pflanzen, deren Diversitätszentrum sich auf einem oder mehreren Inselbergen befindet, wie beispielsweise bestimmte fleischfressende und austrocknungstolerante Pflanzen. Die Notwendigkeit weiterer Studien zu Inselbergen wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass viele Inselberge durch menschliche Aktivitäten wie Bergbau, Tourismus, Unkrautbefall und Brände bedroht sind. In bestimmten Regionen, wie beispielsweise in der Nähe von Bangalore in Indien und im brasilianischen Bundesstaat Espirito Santo, sind Inselberge aufgrund übermäßigen Bergbaus vollständig aus der Landschaft verschwunden. Wir brauchen effiziente Strategien, um die Flora dieser einzigartigen Ökosysteme zu schützen.