Im Folgenden wird ein kurzer, nicht vollständiger Überblick über ausgewählte nicht-granitoide Felserhebungen gegeben, die ökologische Ähnlichkeiten mit typischen Inselbergen aufweisen.
Sandsteinfelsen
In bestimmten Teilen der Tropen kommen massive Tafelberge vor, die aus altem Sedimentsandstein bestehen. Am spektakulärsten sind die „Tepuis“, die riesige, isolierte Berge auf dem Guyana-Schild bilden. Sie zeichnen sich durch sehr steile, senkrechte Flanken aus und ragen bis zu 1500m über die umgebende Landschaft hinaus. Sie beherbergen eine einzigartige Flora, die an extrem geringe Nährstoffmengen angepasst ist. Ähnlich sehen die Tafelberge des westafrikanischen Fouta-Djallon-Hochlands aus.
Ferricreten/Cangas
Über Pflanzengemeinschaften, die mit eisenhaltigen Aufschlüssen in Verbindung stehen, wie beispielsweise afrikanische, australische und indische Ferricrete und Cangas in Brasilien, liegen nur wenige Informationen vor. Sie entstehen durch Verwitterungs-/Lateritisierungsprozesse, weisen jedoch unterschiedliche physikalisch-chemische Eigenschaften auf, da sie aus unterschiedlichen Lithologien stammen. Die Vegetation von Eisensteinfelsen weist neben den für Felsaufschlüsse typischen physiologischen, morphologischen und reproduktiven Anpassungen im weiteren Sinne auch Anpassungen an das Leben auf einem schwermetallreichen Substrat auf, und enthält möglicherweise Metallophyten oder zumindest metalltolerante Arten. Diese Pflanzengemeinschaften sind mit großen Mineralvorkommen verbunden, und in vielen Gebieten nimmt die Intensität des Tagebaus stark zu, was eine große Bedrohung für diese Ökosysteme darstellt. Da diese Aufschlüsse verschwinden, wird die Chance, unser Wissen über die Toleranz von Pflanzen gegenüber Metallen und Austrocknung zu verbessern, immer geringer.
Karst Formationen
Pflanzengemeinschaften auf freiliegenden, kahlen Kalksteinfelsen kommen sowohl in gemäßigten (z. B. auf der Balkanhalbinsel) als auch in tropischen Regionen vor. Spektakuläre Beispiele aus den Tropen sind die Kegel- und Turmkarstformationen in Kuba (bekannt als „Mogotes“) und Südostasien (z.B. in Malaysia). Sie beherbergen häufig eine außergewöhnliche Flora, die reich an Endemiten ist.
Brasilianische “campos rupestres"
Die brasilianischen „campos rupestres“ sensu lato umfassen bergige, gras- und strauchbewachsene, feueranfällige Vegetationsmosaike mit Felsvorsprüngen aus Quarzit, Sandstein oder Eisenstein (d.h. gebänderte Eisenformationen wie Itabirite und Cuirasses, bekannt als Canga) sowie sandige, steinige und staunasse Graslandschaften. Sie kommen im Osten und Zentrum Brasiliens vor, aber einige wenige isolierte Gebiete finden sich auch im Landesinneren sowie in Bolivien. Campo rupestre ist reich an Pflanzenarten (5000 – fast 15% der brasilianischen Flora auf nur 0,8% der Landfläche) und Endemiten (bis zu 80% in einigen Taxa). Innerhalb der Campo-Rupestre-Landschaft kommen auch Übergangsvegetationen wie Cerrado, Galeriewälder und reliktische Hügelwälder vor. Campo Rupestre sensu stricto kann als Graslandmosaik und damit verbundene Vegetation auf Felsvorsprüngen definiert werden. Die größten aktuellen Bedrohungen für Campo Rupestre sind Tagebau, jährliche anthropogene Brände zur Unterstützung der Viehzucht, Holzgewinnung, invasive Arten, übermäßige Entnahme von Zierpflanzen und unkontrollierte Urbanisierung.



